Video 2022 dt

Wegen unerwarteten Gesundheitsproblemen konnte Maddalena Fingerle leider nicht wie geplant bei ILfest 2022 anwesend sein. Wir haben die Fragen vom Publikum im Saal gesammelt und ihr weitergeleitet. Wir freuen uns, dass es Maddalena wieder gut geht und uns ihre Antworten per video geschickt hat.

1. Wieviel Autobiographisches ist in Lingua madre/Muttersprache? Welche Rolle spielt die Geschichte Südtirol-Alto Adig -gibt es relevante autobiographische Momente?

2. Die Übersetzung wurde sehr gelobt, allerdings das „piange, piange, piange“ am Anfang wurde mit „heult“ übersetzt, was den Eindruck von Hysterie erweckt, und nicht die beste Lösung zu sein scheint… oder?

3. Was sind „schmutzige Wörter“, was „saubere Wörter“? Und wie erklärt sich die Häufigkeit von Schimpfwörtern im Buch, obwohl schmutzige Wörter ausdrücklich abgelehnt werden?

4. In der Übersetzung wird das Wort dreckig verwendet, das aber viel viel stärker ist als schmutzig. Welche Wörter entsprechen dreckig und schmutzig auf Italienisch? Verwendet man beide auch auf Italienisch?

5. Wird Aphasie präzise und realistisch vom medizinischen Gesichtspunkt dargestellt?

6. Bist Du mit der Gebärdensprache vertraut? Denn dort verwendet man sehr oft Etiketten, wie Paolos Vater es auch tut.

7. Die letzte Frage kam später per email: Wie wäre die Geschichte gewesen, wenn die Hauptfigur anstatt eines Mannes eine Frau gewesen wäre?

„Es war wichtig für mich, dass es eine männliche Stimme ist, weil ich mich verkleiden wollte, ich wollte so viel wie möglich experimentieren. Dies erlaubte mir auch eine größere Distanz zum Erzähler, der bereits in der ersten Person sprach; ich glaube auch, dass ich noch nicht bereit war, eine Frauenstimme zu verwenden. Allerdings, hätte ich sie gewählt, hätte es das Spiel zwischen Weiblichem und Männlichem im Roman geändert (ich denke z.B. an Paolos Feindseligkeit gegenüber Mutter und Schwester), die Dynamik hätte sich verändert und die Stimme, obwohl ähnlich, wäre eine andere gewesen.“